Baccarat, auch als Baccara und Bakkarat bekannt, gehört neben Black Jack und Texas Hold’em zu den beliebtesten Kartenspielen in Spielbanken und Online-Casinos. Insbesondere in asiatischen Casinos wird an den Baccarat Tischen viel und oft um hohe Einsätze gespielt. Je nach Variante ist Baccarat besonders einfach zu spielen oder verlangt von den Spielern umfassende Kenntnisse der Zugregeln. So nehmen die Spieler in der Variante Chemin de Fer aktiv Einfluss auf den Spielverlauf. In der Variante Punto Banco wetten die Spieler lediglich auf das Spielergebnis der Baccara-Partie.

Die Baccarat Formen Chemin de Fer und Punto Banco

Es gibt zahlreiche Baccarat-Varianten, die in den Casinos und Spielbanken angeboten werden. Für den Einstieg genügt es, zwei Systeme ausführlich kennen zu lernen. Von diesen ausgehend, lassen sich die anderen Varianten schnell ableiten, da sie nur in Nuancen von einem der beiden Haupt-Spielsysteme abweichen.

Die beiden Hauptsysteme sind Chemin de Fer und Punto Banco (Schreibweise in Deutschland: Punto Banko). Punto Banco entstand aus Chemin de Fer und ist inzwischen das am häufigsten angebotene Baccara-Spielsystem in Spielbanken und Online-Casinos.

Dabei ist zunächst wichtig zu wissen, dass es in Baccarat eine Art Rollenverteilung auf zwei Spielparts gibt, nämlich die Bank und den Spieler. Die Bank hat aber nichts mit dem Spielcasino zu tun, sondern ist einer der beiden Spielparteien, auf welchen der Casino-Besucher setzen kann. Analog hat auch der Spieler nichts mit dem Casino-Spieler zu tun, sondern ist der Gegenpart zur Bank.

In der Variante Chemin de Fer treten die Spielteilnehmer gegeneinander an. Das Casino stellt die Spielumgebung bereit und führt die Aufsicht über das Baccarat-Turnier. Dabei übernimmt ein Turnierteilnehmer die Rolle der Bank und ist somit der Bankier und ein oder mehrere weitere Turnierteilnehmer treten gegen den Bankier an. Der Gegenspieler zu dem Bankier ist der Ponte(Player). In der Variante Punto Banco treten die Casinogäste nicht mehr direkt gegeneinander an, sondern wetten als sogenannte Beobachter auf die Bank (Banco) oder den Spieler beziehungsweise auf Gleichstand. Von Punto Banco abgeleitet sind allerdings einige Varianten, wie zum Beispiel American Baccarat, bei denen Spielteilnehmer auch gegeneinander antreten, aber nur über deren Wetteinsätze, nicht über das Spiel selbst. Mit dieser Variation soll die Spielatmosphäre des spannenden und prestigeträchtigen Chemin de Fer nachgestellt werden.

Das Baccara-System Punto Banco ist deshalb so beliebt, da Punto Banco besonders einfach zu spielen ist. So muss sich der Baccarat-Spieler weder über die Verteilung noch Zugfolgen der Karten Gedanken machen. Er muss nicht einmal die Punkte addieren. Diesen Part übernimmt der Croupier beziehungsweise der Dealer oder die von dem Casino zur Verfügung gestellte Software. Die Spielteilnehmer wetten also nur, ob die Bank gewinnt, der Player gewinnt oder sich ein Gleichstand ergibt, also das Spiel unentschieden endet. Ein Unentschieden wird bei Baccarat auch Remis, Égalité oder Tie genannt. Der Bankier ist auch als Banquier, Banker oder Bankhalter bekannt, der Gegenspieler der Bank (Banque) als Spieler, Ponte oder Player. Zusätzlich kann es Nebenwetten geben, wie zum Beispiel die Wette, dass einer der Spielparts in der ersten Runde ein Kartenpaar (Pair) zieht.

Baccarat Spielregeln

Basis-Spielregeln, die für alle Baccarat-Varianten gelten

Die Basis-Spielregeln für alle Baccarat-Varianten sind schnell erlernt, da sie besonders einfach gehalten sind und keine großen Rechenaufgaben notwendig sind.

Die Spielkarten und Punktwerte

Gespielt wird in der Regel mit mehreren Kartensätzen (in der Regel sechs bis acht) des französischen oder angloamerikanischen Kartenblatts mit je 52 Karten, welches aus den Karten 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, A (Ass) und den Bildkarten J (Jack = Bube), Q (Queen = Dame) und K (King = König) besteht. Die Bildkarten sind auch unter den Namen „Hofkarten“ und „Figurenkarten“ bekannt. Die Kartenwerte zählen mit Ausnahme der Bildkarten, der „10“ und dem Ass die Punkte, die auf der jeweiligen Karte abgebildet sind, also 2 = zwei Punkte, 3 = drei Punkte und so weiter. Das Ass zählt einen Punkt und die Bildkarten Bube, Dame und König zählen wie die Karte „10“ null Punkte.

Spielverlauf und Ziel beim Baccarat

Zu Beginn bekommen Bank und Spieler abwechselnd zwei Karten in der ersten Runde. Abhängig von dem Wert der Karten und der Baccarat-Variante wird entweder eine weitere Karte gezogen oder das Spiel endet bereits in der ersten Runde.

Ziel des Spiels ist es, einen Wert von 9 zu erzielen oder möglichst nahe an den Wert 9 zu kommen, sprich einen möglichst hohen Punktwert zu erreichen.

Nun werden die Punkte zusammengezählt. Dabei gilt beim Baccarat folgende Regel: Beträgt der Gesamtwert der beiden Karten mehr als 10 Punkte, so wird nur die letzte Ziffer der Zahl gerechnet. Ein Kartenpaar mit 9 und Ass hätte zunächst den Wert 10, aber die 1 wird weggestrichen und der Wert ist gleich 0. Die 5 addiert mit der 9 zum Beispiel würden üblicherweise 14 zählen, beim Baccarat haben sie aber den Wert 4. Es kann also nur ein Wert von 0 bis 9 entstehen. Gewinnt der Spielpart, auf den der Spielteilnehmer gewettet hat, beziehungsweise, den dieser selbst eingenommen hat, so gewinnt er die Wette und wird entsprechend der Quote der Spielbank oder des Online-Casinos abzüglich etwaiger Gebühren ausbezahlt. Entsprechendes gilt, wenn der Baccarat-Spieler auf Remis (Égalité/Tie) gesetzt hat und die Partie unentschieden ausgeht.

Spielregeln für Punto Banco

Bei Punto Banco setzt zunächst der Baccarat-Spieler seinen Einsatz auf eines der angebotenen Wettfelder am Spieltisch. So wettet er auf das Feld der Bank (Banco oder Banque) oder des Spielers. In der ersten Runde verteilt der Croupier je zwei Karten an die Bank und den Spieler. Die Entscheidung, ob eine dritte Karte für das jeweilige Wettfeld gezogen wird oder nicht, ist in einem Zugreglement von vornherein festgelegt. Die Casino-Gäste müssen diese Regeln nicht kennen, um Baccara in dieser Variante zu spielen, dennoch ist es interessant, diese zu kennen.

Spielregeln für das Ziehen der dritten Karte bei Punto Banco

Hat eine der beiden Spielparteien eine Punktzahl von 8 oder 9, so ist das Spiel beendet und es wird keine weitere Karte mehr gezogen. In diesem Fall haben Bank oder Spieler ein Naturell (abgekürzt: N). Bei einer 9 hat die jeweilige Spielpartei gewonnen, sofern der andere Spielpart eine niedrigere Zahl hat. Bei Gleichstand endet die Partie mit Remis. Hat ein Spielpart eine 8, so kann er nur durch eine 9 geschlagen werden. Bei einer 8 des Gegenspielers endet die Baccara-Partie wiederum mit Remis. Hat dieser weniger als 8 Punkte, so hat er verloren. Erreicht eine der Spielparteien 8 oder 9 Punkte nach Ziehen der dritten Karte, so gelten die Werte nicht mehr als Naturell.

Ziehen der dritten Karte für den Punto

Ob für den Spieler eine dritte Karte gezogen wird, hängt mit Ausnahme des oben beschriebenen Naturells einzig von seinen eigenen ersten beiden Spielkarten ab. Daraus ergeben sich lediglich zwei Zugregeln:

  • Hat der Spieler 0 bis 5 Punkte, bekommt er eine dritte Karte.
  • Bei einer Punktzahl von 6 bis 9 erhält der Spieler keine weitere Karte.

Ziehen der dritten Karte für die Bank

Die Bank zieht nach und ihre Zugregeln hängen sowohl von den eigenen Karten als auch von dem Wert der dritten Karte des Spielers ab. Falls dieser keine dritte Karte gezogen hat, zieht die Bank nur eine Karte bei einem Wert von 0 bis 5. Da die Ziehungsregeln der Bank auch in Abhängigkeit zum Spieler gelten, sind die Regeln sehr komplex und setzen bei dem Dealer, der die Spielzüge ausführt, hohe Konzentration und Gedächtnisleistung voraus. Online-Casinos haben die Aufgabe des Dealers mit einer Software oder App umgesetzt und die Ausgabe erfolgt automatisch.

Die folgende Tabelle zeigt die Zugregeln der Bank.

Punktwert der Bank bei Ziehung der zwei Karten

 

 

Punktwerte, dritte Karte des Ponte * – Bank zieht

 

 

Punktwerte, dritte Karte des Ponte * – Bank zieht nicht

 

 

* 0 (zieht immer Karte)

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

 

 

* –

 

 

* 1 (zieht immer Karte)

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

 

 

* –

 

 

* 2 (zieht immer Karte)

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

 

 

* –

 

 

* 3

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9

 

 

* 8

 

 

* 4

 

 

* 4, 5, 6, 7

 

 

* 0, 1, 2, 3, 8, 9

 

 

* 5

 

 

* 2, 3, 4, 5, 6, 7

 

 

* 0, 1, 2, 8, 9

 

 

* 6

 

 

* 6, 7

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 8, 9

 

 

* 7 (zieht nie eine Karte)

 

 

* –

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

 

 

* 8 (ist Naturell)

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

* 9 (ist Naturell)

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

 

*Ponte ist der Spieler

(Zur Erinnerung: Haben Bank oder Spieler 8 oder 9 Punkte mit den ersten beiden Karten, so ist die Baccara-Partie bereits beendet bevor der Ponte eine dritte Karte gezogen hat.)

Chemin de Fer – Spielregeln

Chemin de Fer (und Spielsystem-Variationen) ist eine der für die Spieler anspruchsvollsten Baccarat-Varianten, da die Baccarat-Turnierteilnehmer selbst Einfluss auf den Spielverlauf haben. Das Casino nimmt nicht aktiv an dem Spiel teil, sondern übernimmt nur die Aufsichtsrolle und stellt das Equipment. Im Gegensatz zu der anderen Hauptvariante des Baccarat gibt es für Bankier und Spieler Situationen, in welchen sie die freie Wahl haben, ob sie eine weitere Karte ziehen oder nicht. Diese Situationen ergeben sich aus bestimmten Punktwerten während des Partieverlaufs.

Die Kartenwerte entsprechen denen der anderen Baccarat-Varianten und es bleibt der Grundsatz, dass derjenige gewinnt, welcher der 9 am nächsten kommt.

Banco – die Bank

Wer die Rolle der Bank bei Chemin-De-Fer-Systemen übernimmt, entscheidet das jeweilige Reglement der Spielbank beziehungsweise des Online-Casinos sowie die Baccara-Variante. So gibt es Varianten, in welchen die Bank an den Höchstbietenden versteigert wird. Bei der ursprünglichen Variante übernimmt der Spielteilnehmer die Bank übernimmt, welcher rechts vom Croupier sitzt und nach Beendigung der Spielrunde an den rechts neben ihm sitzenden Nachbarn weitergibt. Es gibt auch Varianten, in welchen der aktuelle Bankhalter, abhängig vom Ausgang der Runde, entscheiden kann, ob er die Bank weitergibt oder nicht. Ist der Bankier bestimmt, so erhält dieser den Kartenschlitten (Shoe) und übergibt seinen Einsatz an die Bank. Man vermutet, dass Chemin der Fer seinen Namen dem Wandern des Kartenschlittens verdankt, der Ähnlichkeit mit einer Eisenbahn hat. Der oder die Tischnachbarn, die rechts neben dem Bankhalter sitzen, können nun der Reihe nach ihre Wette abgeben.

Ponte – der Spieler

Der oder die Spieler (Pointeure) können ihren Einsatz bestimmen, jedoch darf ihr gemeinsamer Einsatz nicht den Einsatz der Bank übertreffen. Falls also der Ponte einen höheren Einsatz als der Bankier bietet, so kann dieser mithalten und erhöhen oder ablehnen. In diesem Fall erhält der Ponte einen Teil seines Wetteinsatzes wieder zurück oder die Runde wird abgebrochen. Der rechts neben dem Bankhalter sitzende Tischnachbar hat das Vorrecht, den ersten Einsatz abzugeben. Ist dessen Einsatz bereits in der Höhe des Einsatzes der Bank, können die anderen Spielteilnehmer nicht mehr mitsetzen. Liegt der Einsatz des Spielers unter dem Einsatz der Bank, können gegen den Uhrzeigersinn der Reihe nach Spieler solange setzen, bis der Einsatz so hoch ist wie der von der Bank. Unterbieten die Gesamteinsätze der Spieler den Einsatz der Bank, so erhält der Bankhalter die Differenz wieder zurück.

Ziehungsregeln bei Chemin de Fer

In der Variate Chemin de Fer müssen die Turnierteilnehmer das Reglement über die Spielzüge wissen. Bei traditionellen Spielbanken können sie sich von den Croupiers vorher über die Regeln informieren lassen, in Online-Casinos sorgen Software beziehungsweise Apps dafür, dass die Teilnehmer regelkonform spielen. Der Bankhalter verteilt die Karten.

Ponte zieht die dritte Karte

Die Zugmöglichkeiten des Pontes sind verhältnismäßig einfach. Die Entscheidung, ob der Ponte eine Karte zieht, hängt nur von den Punktwerten seiner ersten beiden Spielkarten ab.

  • Bei dem Wert 0, 1, 2, 3, 4 verlangt der Ponte eine weitere Karte.
  • Bei 5 Punkten kann der Spieler wählen, ob er eine weitere Karte wünscht oder nicht.
  • Bei den Werten 6 bis 9 erhält der Spieler keine weitere Karte mehr.

Der Bankier zieht die dritte Karte

Auch in der Variante Chemin de Fer sind die Zugregeln des Bankhalters komplex.

 

Punktwert der Bank bei zwei Karten

 

 

Punktwert, dritte Karte des Ponte * – Bank zieht

 

 

Punktwerte, dritte Karte des Ponte * – Bank zieht nicht

 

 

Bank darf wählen

 

 

* 0 (zieht immer)

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7,

 

 

8, 9

 

 

* –

 

 

 
* 1 (zieht immer)

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

 

 

8, 9

 

 

* –

 

 

 
* 2 (zieht immer)

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

 

 

8, 9

 

 

* –

 

 

 
* 3

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

 

 

* 8

 

 

* 9

 

 

* 4

 

 

* 2, 3, 4, 5, 6, 7

 

 

* 0, 1, 8, 9

 

 

 
* 5

 

 

* 5, 6, 7

 

 

* 0, 1, 2, 3, 8, 9

 

 

* 4

 

 

* 6

 

 

* 6, 7

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 8, 9

 

 

 
* 7 (zieht nie)

 

 

* –

 

 

* 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7,

 

 

8, 9

 

 

 
* 8 (ist Naturell)

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

 
* 9 (ist Naturell)

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

* Partie ist bereits beendet.

 

 

 

 

Hausvorteil des Casinos und Gewinnchancen

Wie bei jedem Casino-Spiel hat die Spielbank auch bei Baccarat einen prozentualen Hausvorteil. Bei Baccarat ist der Hausvorteil von der Variante abhängig sowie davon, auf wen der Teilnehmer setzt und welche Auszahlungsquote das jeweilige Casino bietet. In der Regel bezahlt die Spielbank beziehungsweise das Online-Casino auf Spieleinsätze wie folgt: Wer auf die Bank setzt, erhält das Doppelte seines Einsatzes, abzüglich einer Bankprovision von 5 % zurück. Die Provision ist nicht festgelegt und kann von Casino zu Casino unterschiedlich sein, allerdings sind Margen von 5 % am häufigsten anzutreffen. Die Quoten für den Wetteinsatz auf den Spieler (Ponte) sind etwas höher, da die Bank keine Gebühr verlangt. Der Spieler erhält also den doppelten Wetteinsatz ohne Abzug zurück. Bei einem Unentschieden der Spielparteien werden je nach Casino und Spielart Quoten von 1:7 bis 1:9 ausgegeben.

Die Wahrscheinlichkeiten der Wetten

Es gibt drei Szenarien zur Wette: Die Bank gewinnt, der Spieler gewinnt oder die Partie endet unentschieden (Égalitét/Remis/Tie).

Bei dem System Punto Banco ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 45,85 Prozent gewinnt die Bank. Der Spieler gewinnt mit einer Wahrscheinlichkeit von 44,61 Prozent und ein Unentschieden tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 9,54 Prozent ein. Die Wahrscheinlichkeiten bei Chemin de Fer verändern sich ein wenig, da sowohl die Bank als auch der Spieler bei bestimmten Zahlenwerten die Wahlmöglichkeit haben, ob sie eine weitere Karte ziehen oder nicht. Allerdings ändert es nichts an dem allgemeinen Trend, dass die Bank aufgrund der Regelungen und aufgrund der Tatsache, dass sie Zweitziehende ist und ihre Züge auf die Kartenwerte des Spielers ausrichtet, im Vorteil ist. Wer also auf das Blatt setzen möchte, das mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eintritt, muss daher stets auf die Bank setzen.

Die errechneten Wahrscheinlichkeiten berücksichtigen hauptsächlich die Tatsache, dass bei Online-Casinos Zufalls-Algorithmen eingesetzt werden und nicht mit einer begrenzten Anzahl an Decks gespielt wird.

Berechnung des Hausvorteils beim Baccarat

Die Berechnung des Hausvorteils (gemeint ist der Vorteil der Spielbank gegenüber ihren Gästen) für alle drei Szenarien ist einfach. Jedoch müssen die Gewinn-Wahrscheinlichkeiten des Bankhalters und vom Ponte ausfolgendem Grund neu berechnet werden: Wenn ein Unentschieden erzielt wird und der Teilnehmer hat auf Bank oder Spieler gewettet, dann wird das Spiel für ungültig erklärt. Das verbessert die Gewinnchancen der Baccarat-Spieler und verringert den Hausvorteil des Casinos. Die Wahrscheinlichkeit bei der Wette auf die Bank, liegt nun bei 50,68 Prozent. Wer auf den Spieler setzt, gewinnt mit einer Wahrscheinlichkeit von 49,32 Prozent. Die Auszahlungsquote bei Setzen auf den Spieler liegt in der Regel bei 100 Prozent und bei Setzen auf die Bank bei 95 Prozent, da eine Provision bei dem Setzen auf die Bank anfällt. Die Provision kann je nach Casino variieren, aber im Durchschnitt beträgt sie fünf Prozent. Damit ergibt sich ein Bankvorteil von 1,18 Prozent bei dem Setzen auf die Bank und 1,36 Prozent bei Setzen auf den Spieler. Bei Wetteinsätzen auf Unentschieden halten die Spielbanken je nach Auszahlungsquote einen Hausvorteil von durchschnittlich über 14 Prozent.

Bei den Spielvarianten, in welchen die Spielteilnehmer gegeneinander antreten, ergibt sich kein Hausvorteil. Die Spielbank verdient in diesen Fällen lediglich durch die Spielgebühr. Im Falle der Baccara-Variante Chemin de Fer, hat diese der Bankhalter zu tragen.

Strategien und Kartenzählen beim Baccarat

Spiel- und Setzstrategien sind abhängig von den Baccarat-Hauptsystemen Chemin de Fer und Punto Banco. In der Variante Punto Banco und ähnlichen Baccarat-Varianten, bei welchen der Spielteilnehmer die Partie nicht aktiv mitbestimmt, lassen sich nur Setzstrategien entwickeln. In der Chemin-de-Fer-Variante kommen durch die Zugwahl weitere Strategien dazu, die angewandt werden können.

Setzstrategien beim Baccarat

Obwohl Setzstrategien die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht erhöhen, erfüllen sie dennoch eine wichtige Funktion: Wer Setzstrategien einsetzt, hindert sich selbst daran, unkontrolliert zu wetten und wird zur Ausführung der Strategien zur Disziplin gezwungen. Dies hindert ihn an einem schnellen Verlust seines Gesamteinsatzes und macht die Baccara-Partien sowie alle anderen Casino-Spiele besonders interessant.

Zunächst kommt die Grundstrategie zum Einsatz, mit dem vorhandenen Budget so viele Runden wie möglich zu überstehen. Ein Gewinn ist von der Wahrscheinlichkeit und Auszahlungsquote her nicht möglich, da der Spieler aufgrund Hausvorteils der Spielbank oder des Online-Casinos auf Dauer verliert. Schafft es der Spieler, durch klugen Einsatz, so viele Runden wie möglich zu spielen, so erhöht er damit die Chance auf einen glücklichen Zufalls-Gesamt-Gewinn. Die solideste Setzstrategie ist es also, immer nur den Mindestbetrag zu setzen. Es haben sich einige sogenannte Spielstrategien entwickelt, die jedoch allesamt keinen Erfolg bringen. So gibt es zum Beispiel die älteste bekannte Strategie, das Martingale-System. Dabei setzt der Spieler bei Verlust seines Mindesteinsatzes in der nächsten Runde den doppelten Einsatz und führt dies fort, bis er gewonnen hat. Dass dieses System auf Dauer keinen Gewinn bringen kann, sondern zum Totalverlust führt, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Bei mehreren Verlustspielen hintereinander kommt ein sehr hoher Einsatzbetrag zusammen. So wären zum Beispiel bei einem Mindesteinsatz von 20 Euro bei einem Verlust in der nächsten Runde 40 Euro fällig, in der übernächsten Spielrunde 80 Euro, dann 160 Euro, 320 Euro und so weiter. Hat der Spieler zum Beispiel sechsmal in Folge verloren, so muss er bereits einen Betrag von 1280 Euro setzen, um auf einen Gewinn von 20 Euro zu hoffen. Kurzum, das eingesetzte Risiko steht in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Gewinn. Zudem ist der Spieler bei dieser Methode durch sein eigenes Budget und den festgelegten Maximaleinsatz durch die Spielbank eingeschränkt. Interessant ist die Anti-Martingale-Methode, bei welcher der Einsatz im Gewinnfall verdoppelt wird. Gewinnt der Spieler wieder, so kann er erneut verdoppeln. Verliert er, setzt er wieder mit dem Mindesteinsatz. Diese Methode erlaubt es Spielern, hohe Gewinne mit minimalem Einsatz anzustreben. Auf diese Weise kann der Spieler auf einen Zufallsgewinn hoffen. Aber rechnen kann er damit nicht. Dennoch kann er sein Einsatzbudget länger halten als mit allen anderen Methoden. Häufig wird die Fibonacci-Folge als Wetteinsatzstrategie angepriesen. Dabei sollen die Einsätze gemäß der Zahlenfolge 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, … getätigt werden. Die Fibonacci-Folge entwickelte der Mathematiker Leonardo Fibonacci, um die Population von Kaninchen zu erklären. Diese Folge konnte auf die Population von Pflanzen übertragen werden. Mit einem Gewinnsystem bei Glücksspielen hat sie somit nichts zu tun, da im Gegensatz zu den erwähnten Populationen nicht von einem natürlichen Gewinnzuwachs ausgegangen werden kann.

Strategien bei Chemin de Fer

Die Strategien bei Chemin de Fer können über das Spiel selbst erfolgen und über die Einsätze. Die Setzstrategien entsprechen denen aller Baccarat-Varianten. Durch die Zugwahl bei Chemin de Fer kann der Spielteilnehmer das Baccaratspiel selbst bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Dabei hat er grundsätzlich die besten Gewinnaussichten, wenn er sich so verhält, wie es bereits in den Punto Banco Varianten vorgeschrieben ist. Sowohl für die Bank als auch für den Ponte wurden Ziehungsregeln festgelegt, welche die höchste Gewinnaussicht bieten. Wenn Kartenzählen noch zum Erfolg führen würde, dann in dieser Baccarat-Variante. Allerdings sind Zählmethoden in Online-Casinos nicht anwendbar, da Wahrscheinlichkeiten in der Regel mittels Algorithmen umgesetzt werden. In herkömmlichen Spielbanken werden sechs bis acht Kartendecks in einem Schlitten verwendet, die zusätzlich vor Zählstrategien damit geschützt sind, dass sie nicht voll ausgegeben werden. Dabei werden die Karten gemischt und zwei neutrale Karten in den Kartenstapel eingesteckt. Erreicht das Kartendeck eine neutrale Karte, so werden alle Spielkarten neu gemischt.

Weitere Baccarat-Varianten

Wie schon eingangs erwähnt, gibt es zahlreiche Baccarat-Varianten, die sich jedoch im Wesentlichen den Hauptspielvarianten anlehnen. So gibt es neben den Varianten Chemin de Fer und Punto Banco zum Beispiel folgende weitere Varianten:

American Baccarat

Dieses lässt sich in das System Punto Banco einordnen, da die Spieler auch die Rolle der Beobachter übernehmen und auf den Ausgang der Partie setzen. Dabei treten die Spieler gegeneinander und übernehmen abwechselnd die Rolle der Bank oder des Spielers (Player). Die Praxis der Spielausführung ist an das Punto Banco gehalten, da es keine Ziehungswahl gibt und die Spieler die Partie nur über Wetteinsätze bestimmen. Dennoch wird die Spielatmosphäre der Chemin-De-Fer-Variante übernommen, da die Spieler abwechselnd die Rolle der Bank oder dem Ponte nach den Regeln von Chemin de Fer übernehmen.

Baccara en Banque

Baccara en Banque ist nahezu identisch mit der Chemin de Fer Variante. Allerdings wird die Rolle der Bank nicht in der Reihenfolge verteilt, sondern sie wird an den Höchstbietenden versteigert. Dieser kann nach erfolgreichem Steigern die Bank halten, solange er möchte.

Mini-Baccarat

Mini-Baccarat und Mini-Punto-Banco erlauben kleine Einsätze und lassen sich in das Punto-Banco-System einordnen. Während die traditionellen Varianten den High Rollern (Spieler, die sehr hoch setzen) vorbehalten waren, soll die Mini-Baccarat-Variante alle Bevölkerungsschichten in die Casinos locken.

Die Geschicht von Baccarat

Der Ursprung von Baccarat liegt in Europa. Die Erfindung des Baccarats wird dem wesentlichen Frankreich sowie Italien zugeschrieben. Das Wort Baccarat leitet sich aus dem italienischen (Baccara = Null) und französischen (Baccarat = Null) Sprachschatz ab. Da die in anderen Kartenspielen sonst so wertvollen Hofkarten im Spiel Baccarat auf Null abgewertet worden waren, ist die Assoziation der Null auf dieses Kartenspiel durchaus nachvollziehbar. Nachdem die ersten Spielkarten aus Asien und arabischen Ländern nach Europa gekommen waren, entwickelte Italien in Europa die beliebten Trumpfkarten Trionfi, später bekannt als Tarotkarten. Früh schon entwickelten sich die Karten weiter und es waren bereits im 14. Jahrhundert Kartensysteme mit Bildern und Zahlen aus Florenz bekannt, sodass Baccarat schon im 14. Jahrhundert angesiedelt sein könnte.

Eine andere Theorie nimmt auf die Stadt Baccarat in Frankreich Bezug. Wurde Baccarat in der gleichnamigen Stadt erfunden, so lässt sich dessen Verbreitung in das 19. Jahrhundert datieren.

Baccarat wurde vornehmlich in Adelshäusern mit hohen Einsätzen gespielt und fand schnell den Weg in Spielbanken. Sein Ansehen verdankt das Casino-Spiel vermutlich der Verstaatlichung von Spielbanken in einigen Ländern Europas. So wurden die Glücksspieleinnahmen versteuert und für soziale Zwecke eingesetzt, so dass das Glücksspiel an Ansehen gewann. Baccarats prominentester Liebhaber ist James Bond und das Kartenspiel ist in zahlreichen Bond-Filmen zu sehen. Baccarat erlebte Ende des 20. Jahrhunderts einen erneuten Aufschwung, da es mit geringeren Einsätzen und abgewandelten Regeln auch der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht wurde. Baccarat ist besonders unter asiatischen Spielern beliebt. In den Casinos von Macau zählt Baccarat zu den beliebtesten Spielen, in separaten VIP Bereichen wird bei Baccarat oft um hohe Einsätze gespielt.

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